Regeln

Nur Wörter mit 2 oder mehr Zeichen werden akzeptiert.
Maximal 200 Zeichen insgesamt.
Leerzeichen werden zur Trennung von Worten verwendet, "" kann für die Suche nach ganzen Zeichenfolgen benutzt werden (keine Indexsuche).
UND, ODER und NICHT sind Suchoperatoren, die den standardmäßigen Operator überschreiben.
+/|/- entspricht UND, ODER und NICHT als Operatoren.
Alle Suchbegriffe werden in Kleinschreibung umgewandelt.

Standorte REMONDIS-Gruppe

Entdecken Sie die Welt von REMONDIS mit rund 1.500 Niederlassungen und Beteiligungen in über 30 Staaten.

Standorte REMONDIS-Gruppe

Gefährliche Fehlwürfe: Warum falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus Recycling­anlagen in Brand setzen können

Auf deutschen Wertstoff­höfen und in Recycling­anlagen kommt es so häufig zu Bränden wie seit Jahren nicht mehr. Der Hauptgrund sind Lithium-Ionen-Akkus, die falsch entsorgt werden und unbemerkt im Abfall landen. Werden sie in Sortier- oder Zerkleinerungs­prozessen beschädigt, kann es zu Bränden kommen, etwa durch Kurzschlüsse oder unkontrollierte Überhitzung der Akkus. Das führt zu erheblichen Gefahren für Mitarbeitende, Anlagen und Umwelt.

24.03.2026

Tatsächlich gehören Lithium-Akkus nicht in den Restabfall, sondern in getrennte Sammel­systeme nach Elektro- und Batterierecht. Gelangen sie dennoch in gemischte Abfälle, wird deren Aufbereitung brandgefährlich: Bevor Materialien verwertet werden können, werden sie geschreddert. Wird dabei ein Akku beschädigt, kann er sich entzünden oder sogar explodieren. Mit der wachsenden Zahl akkubetriebener Geräte nimmt dieses Risiko kontinuierlich zu. Auch Branchen­verbände sehen weiterhin Handlungs­bedarf: Trotz Fortschritten im ElektroG „fehlen dringend notwendige Brandschutz­maßnahmen weiterhin“, warnt der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) mit Blick auf Batteriebrände in Entsorgungs­anlagen.

Rechtlicher Rahmen und notwendige Weiterentwicklungen

Mit der EU-Batterie­verordnung und ihrer nationalen Umsetzung in das Batterierecht-Durchführungs­gesetz (BattDG) wurden Rücknahme- und Sammelpflichten für Altbatterien gestärkt. Ziel ist es, Fehlwürfe zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel oder Kobalt im Kreislauf zu halten.

Branchenverbände wie der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft e. V. (BDE) und der Bundesverband Sekundär­rohstoffe und Entsorgung e. V. (bvse) verweisen weiterhin auf Sicherheits- und Strukturdefizite im Umgang mit Lithium-Ionen-Akkus sowie auf deutlich zunehmende Schadensfälle durch Batteriebrände. Diese Entwicklung verschärft auch die Versicherungs­situation in der Recyclingbranche: Nach größeren Schadens­ereignissen ziehen sich Versicherer laut bvse zunehmend aus der Absicherung zurück oder erhöhen Prämien und Selbst­beteiligungen deutlich. In einigen Fällen werden abgebrannte Anlagen nicht wieder aufgebaut, was auch Auswirkungen auf die regionale Entsorgungs­sicherheit haben kann.

Verbände und kommunale Entsorger fordern deshalb zusätzliche Instrumente: Dazu zählen ein Verbot besonders problematischer Einwegprodukte mit integrierten Akkus – etwa Einweg-E-Zigaretten – sowie wirtschaftliche Anreize wie Pfandlösungen für Lithium-Batterien. Der BDE fordert hier ausdrücklich: „Wir brauchen ein Batteriepfand, um Fehlwürfe wirksam zu reduzieren.“

Einweg-Vapes stehen exemplarisch für Fehlentwicklungen: Millionen Geräte mit fest verbauten Akkus werden nach kurzer Nutzungsdauer entsorgt. Gelangen sie in den Restabfall, erhöhen sie nicht nur das Brandrisiko, sondern führen zugleich zur Verschwendung wertvoller Rohstoffe. Sie stehen damit sinnbildlich für ein ressourcen­intensives Wegwerfmodell bei eigentlich langlebiger Hochtechnologie. Ein Verbot solcher Produkte würde sowohl die Sicherheit als auch den Schutz von Ressourcen stärken.

Weiterführende Informationen zu Risiken, Entsorgungswegen und kommunalen Handlungs­möglichkeiten stellt der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislauf­wirtschaft (BDE) in einer FAQ-Sammlung zu Lithium-Ionen-Akkus bereit: FAQ Lithium-Ionen-Akkus des BDE.

Entsorger rüsten in Sachen Brandschutz auf

Da Fehlwürfe trotz gesetzlicher Vorgaben weiterhin auftreten, sind Entsorgungs­unternehmen gezwungen, ihre Brandschutz- und Sicherheits­konzepte kontinuierlich auszubauen. Dazu zählen automatische Brand­früh­erkennung mit Wärmebild- und Hitzesensorik, KI-gestützte Systeme zur Identifikation kritischer Abfälle, stationäre und mobile Löschtechnik sowie angepasste Annahme- und Lagerkonzepte für Batterien. Ebenso wichtig sind Schulungen des Personals im Umgang mit Lithium-Akkus.

Sensibilisierungs­maßnahmen machen zusätzlich sichtbar, welche Folgen Fehlwürfe haben können. Mit einer 2026 gestarteten Kampagne macht die FES (Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH) auf Sammelfahrzeugen mit drastischen Motiven – zum Beispiel brennenden Abfallfahrzeugen – und Slogans wie „Das könnte deine E-Zigarette gewesen sein“ auf die Gefahren von Akkus aus kleinen Geräten aufmerksam. Solche Beispiele spiegeln die Realität vieler Recycling­betriebe wider: Noch immer gelangen zu viele Akkus und Elektrogeräte in gemischte Abfälle – und damit in die Behandlungsanlagen.

Sichere Sammlung und Logistik mit RETRON

Neben Prävention in den Anlagen ist auch eine sichere vorgelagerte Sammlung, Lagerung und Beförderung von Lithium-Akkus entscheidend. Kommunen stehen hier vor unterschiedlichen praktischen Herausforderungen – abhängig von Mengen, Sammelstruktur und vorhandenen Behandlungs­wegen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie erfordern abgestimmte Systeme für die sichere Erfassung von Batterien in Wertstoffhöfen und im gewerblichen Bereich.

Um den steigenden Mengen an Lithium-Ionen-Akkus gerecht zu werden, hat RETRON, ein Unternehmen der REMONDIS-Gruppe, spezielle Sicherheits­behälter für Batterien entwickelt. Die RETRON BOX ermöglicht die normgerechte Sammlung, Lagerung und den Transport von Lithium-Akkus aus Elektrogeräten, Werkzeugen oder E-Bikes – dies gilt ausdrücklich auch für beschädigte oder defekte Akkus. Die Behälter sind feuerbeständig und verfügen über integrierte Sicherheits- und Alarmsysteme, die im Ereignisfall frühzeitig warnen und eine Brandausbreitung verhindern. Damit schließen sie die sicherheits­kritische Lücke zwischen Sammlung und Behandlung und reduzieren Risiken entlang der gesamten Entsorgungskette.

 

Informieren Sie sich hier über das umfassende Angebot von RETRON

RETRON berät Kommunen, Unternehmen und Betreiber von Sammel­stellen zu Sicherheits­konzepten sowie zur Sammlung, Lagerung und zum Transport von Lithium-Ionen-Akkus und anderen Batterien.

Quellen:

  • bvse: Versicherungskrise bedroht Recyclingbranche. Link
  • bvse: ElektroG-Novelle bringt Fortschritte - aber dringend notwendige Brandschutz-Maßnahmen fehlen weiterhin. Link
  • bvse: Versicherungskrise bedroht Recyclingbranche: Brände und Deckungslücken gefährden Kreislaufwirtschaft. Link
  • FES Frankfurt: Neuer Look aus ernstem Grund. Link
  • Klimaschutz Kommune: Kabinett verabschiedet Batterierecht-Durchführungsgesetz. Link
  • REMONDIS Aktuell: Batterien und Recycling – nur zusammen stark. Link
  • REMONDIS Aktuell: Recyclingwirtschaft warnt vor Einweg E-Zigaretten. Link
  • REMONDIS Aktuell: Powerpack mit Nebenwirkungen. Link
  • REMONDIS Aktuell: Ein Instrument mit komplexen Anforderungen. Link
  • RETRON: Lithium-Ionen-Akkus: Lagerung auf höchstem Niveau. Link