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Bremerhaven: Hafenstadt im Strukturwandel
Bremerhaven wurde im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts durch die Hansestadt Bremen auf den Flächen der nie vollendeten Festungsstadt Carlsburg für den Bau neuer Häfen gegründet. Die Schifffahrt und Werftindustrie prägen seit jeher die Wirtschaft der Hafenstadt, deren Alter Hafen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts zum wichtigsten Auswandererhafen Europas avancierte. Seit den 1970er-Jahren ist die kreisfreie Stadt stark von der Krise der deutschen Werftindustrie und dem damit verbundenen Strukturwandel betroffen. Die hohe Arbeitslosigkeit und auch die Neuverschuldung konnten allerdings innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte erheblich reduziert werden. Insbesondere die Offshore-Windkraftindustrie erweist sich für Bremerhaven als vielversprechendes Geschäftsfeld.
Partnerschaft für Wasser und Kreislaufwirtschaft in Bremerhaven
Die Bremerhavener Entsorgungsgesellschaft mbH (BEG) besteht seit 2003 als Öffentlich-Private Partnerschaft zwischen einer durch REMONDIS geführten Holding und der Stadt Bremerhaven. In dem Kooperationsmodell hält die Holding einen Anteil von 74,9 Prozent, während 25,1 Prozent auf die Stadt Bremerhaven entfallen. Die BEG ist für sämtliche Bereiche der Abfallentsorgung sowie der Abwasserableitung und -reinigung in der Großstadt verantwortlich. Restmüllsammlung, Kanal- und Pumpwerkbetrieb, die Sammlung gewerblicher Abfälle sowie Ingenieurdienstleistungen werden von der BEG-Tochter BEG logistics GmbH wahrgenommen. Die Tochtergesellschaft Bauer übernimmt die Papier-, Schrott- und Metallverwertung, Sperrmüllsortierung sowie Entsorgungslogistik und Containerdienst.
Auch Energie und Wasser sind zentrale Bestandteile der ÖPP: Das 1976 in Betrieb genommene Müllheizkraftwerk erzeugt Strom und Fernwärme für die Stadt Bremerhaven. Die zentrale Kläranlage reinigt täglich mehr als 55.000 m³ Abwasser für rund 175.000 Einwohnerinnen und Einwohner und arbeitet dank der energetischen Verwertung von Klärgas seit 2015 energieautark. Mit geplanten Investitionen, darunter der Ausbau der Reinigungsstufen sowie der weiteren Stärkung der Fernwärmeversorgung, verfolgt die BEG konsequent das Ziel, kommunale Infrastruktur effizient, nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten.
Projektverlauf der ÖPP BEG
Bereits im Jahr 2001 wurde die Entscheidung für eine Teilprivatisierung der kommunalen Abfallentsorgung sowie der Abwasserableitung und -reinigung in Bremerhaven getroffen. Zu diesem Zweck wurde zunächst der Eigenbetrieb für Abfallentsorgung sowie Abwasserableitung und -reinigung funktional privatisiert und als Tochtergesellschaft in die kommunale BEG integriert. Mit REMONDIS wurde ein geeigneter Partner gefunden. Da der Kaufpreis für den Zuschlag maßgeblich war, erhöhte die Stadt den zu verkaufenden Anteil von anfangs 49 auf schließlich 74,9 Prozent. Trotz der Minderheitsbeteiligung hat die Stadt eine starke Stimme bei allen wichtigen Entscheidungen. Der Vertrag zwischen den Partnern wurde inzwischen aufgrund der wirtschaftlichen Stabilität und Beständigkeit bis 2032 verlängert.
Partnerschaft Bremerhaven und REMONDIS
Bremerhaven Entsorgungsgesellschaft mbH (BEG)
| Leistungen der ÖPP | Recycling, Energie, Wasser |
| Projektbeginn | 2003 |
| Modell der Zusammenarbeit | Kooperationsmodell |
| REMONDIS-Beteiligung | 74,9 % |
Leistungsportfolio der Bremerhaven Entsorgungsgesellschaft mbH
- Müll-Heiz-Kraftwerk
- Energieerzeugung
- Kläranlagen und Kanal
- Abfall- und Entwässerungslogistik
- Deponie
- Recycling und Rohstoffhandel
- Containerservice
Positive Ergebnisse für die Bürgerschaft in Bremerhaven
Stabile Abfallgebühren: Dank der ÖPP konnten die Entsorgungsgebühren stabilisiert werden.
Regelmäßige Gewinnausschüttungen: Kontinuierliche Überschüsse stärken den Haushalt der Stadt Bremerhaven.
Umsatzsteigerung: Seit der Teilprivatisierung ist der Umsatz der BEG erheblich gestiegen.
Ausbau des gewerblichen Geschäfts: Durch Ausweitung der Geschäftstätigkeit profitiert auch das Bremerhavener Gewerbe von der ÖPP.
Verlässlicher Partner für Mittelstand: Die BEG stärkt die Wirtschaft vor Ort durch Kooperationen mit lokalen Unternehmen.
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