Wie Kommunen mit dem Einsatz alternativer Antriebe innerhalb der Daseinsvorsorge punkten können, zeigt die Abfallentsorgungs- und Verwertungsgesellschaft Köln mbH (AVG) mit dem Bau eines hochmodernen E-Ladeparks für Lkw. Seit Oktober 2025 entsteht auf dem rund 3.000 m² großen Areal des Unternehmens eine Ladeinfrastruktur mit neun Stationen, an denen künftig die ersten firmeneigenen E-Lkw geladen werden sollen. Mit der Lieferung der Trafostation wurde nun ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung der Anlage erreicht.
16.03.2026
Die Integration elektrisch betriebener Lkw in die Fahrzeugflotte der AVG reduziert den Lärmpegel und lokale Abgasemissionen in den Wohngebieten, wodurch Anwohnerinnen und Anwohner entlastet werden. Gleichzeitig trägt der Einsatz der Fahrzeuge dazu bei, die Anforderungen der Clean Vehicles Directive (CVD) sowie die kommunalen Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele zu erfüllen.
Auch die Anlieferung der Trafostation im Februar diesen Jahres sorgte für Aufmerksamkeit auf dem AVG-Gelände: Das Herzstück des künftigen E-Ladeparks – bestehend aus Station und Transformator – wurde installiert. Mit einem Gesamtgewicht von rund 95 Tonnen, etwa so viel wie ein ausgewachsener Blauwal, versorgt die Anlage künftig Lkw an neun Ladesäulen mit insgesamt zehn Ladepunkten mit Energie. Die Batterien der E-Sattelschlepper können dort innerhalb von 30 bis 45 Minuten auf bis zu 80 Prozent geladen werden.
Strom aus der RMVA für E-Lkw – mit 50 % erneuerbarem Anteil
Mit dem Projekt „BELLA“ – kurz für „Batteriebetriebene emissionsfreie Lkw-Logistik für Rostaschen“ – setzt die AVG, eine ÖPP der Stadtwerke Köln zusammen mit REMONDIS, ein Leuchtturmprojekt für eine Mobilität mit geringeren Vor-Ort-Emissionen um. Zukünftig sollen firmeneigene E-Lkw die Rostaschen aus der Restmüllverbrennungsanlage (RMVA) – sprich feste Rückstände aus der Verbrennung von Restabfällen – auf dem AVG-Gelände in die Aufbereitungsanlage der Deponie in Erftstadt transportieren. So will man die bisherige Flotte, die derzeit aus mit Diesel betriebenen Lkw besteht, ersetzen. Für die täglichen Fahrten soll ab Juni 2026 dann an der E-Tankstelle geladen werden.
Im nächsten Schritt der Bauarbeiten werden die Ladesäulen und Power-Units von Kempower geliefert. Das finnische Unternehmen hat sich bis 2035 zu einer 100-prozentigen Klimaneutralität sowie zu vollständiger Wiederverwertbarkeit in der eigenen Produktion verpflichtet.
Großes CO2-Einsparpotenzial durch E-Tankstelle
Mit der E-Tankstelle „BELLA“ leistet die AVG Köln einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort und trägt maßgeblich zur Dekarbonisierung der betriebseigenen Nutzfahrzeuge bei. Von den insgesamt 20 Lkw im Fuhrpark, zu denen Spezialfahrzeuge für unterschiedliche Abfallarten gehören, fahren bereits drei mit Biogas, welches von der AVG Kompostierung aus Bioabfällen erzeugt wird. Mit der Errichtung des Ladeparks ist die Anschaffung weiterer E-Trucks geplant.
Für die Einsparung von CO₂-Emissionen der unternehmensinternen Mobilität birgt der neue E-Ladepark erhebliches Potenzial: Werden künftig alle Rostaschen-Transporte mit E-Lkw durchgeführt, kann die AVG laut interner Berechnung gegenüber dem bisherigen Einsatz von Diesel-Lkw pro Jahr rund 550 Tonnen CO₂ einsparen. Die für die Flotte täglich benötigten rund 3.000 kWh Strom stammen aus der unternehmenseigenen Restmüllverbrennungsanlage – das entspricht in etwa dem täglichen Stromverbrauch von rund 200 Haushalten. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, welche CO₂-Einsparpotenziale der Einsatz elektrisch betriebener Nutzfahrzeuge im kommunalen Umfeld bieten kann.