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Essen – Strukturwandel im Herzen des Ruhrgebiets
Essen galt einst als industrielles Zentrum des Ruhrgebiets. Die Kohleindustrie bildete eine wichtige Grundlage der deutschen Industrialisierung und trug maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Nach der Schließung der letzten Zeche im Jahr 1986 entwickelte sich die Stadt schrittweise zu einem Standort für Kultur und Klimaschutz und richtete sich damit wirtschaftlich komplett neu aus. International sichtbar wurde dieser Strukturwandel durch die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010 sowie zur Grünen Hauptstadt Europas 2017. Ausschlaggebend für den zweiten Titel waren Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung und die Umgestaltung ehemaliger Industrieflächen. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung an der Zeche Zollverein, dem UNESCO-Weltkulturerbe der Stadt. Heute steht das ehemalige Industriegelände sinnbildlich für den Strukturwandel in Essen – ein Ort, an dem Industriekultur auf Kunst, Kreativität und urbanes Leben trifft.
Langjährige Partnerschaft für ein lebenswertes Essen
Die Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE) besteht seit 1999 als Öffentlich-Private Partnerschaft zwischen REMONDIS und der Stadt Essen. Während REMONDIS 49 Prozent der Anteile hält, liegen 51 Prozent bei der Stadt Essen. Die EBE ist u.a. für die Entsorgung der Abfälle privater Haushalte zuständig. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft Entsorgungs- und Servicebetriebe Essen GmbH & Co. KG (ESBE) konzentriert sich auf Gewerbekunden aus Handel und Industrie. Darüber hinaus misst die Stadt den Themen Stadtsauberkeit, Kreislaufwirtschaft und Umweltbildung eine hohe Bedeutung bei. Die EBE investiert hier z. B. in Bildungsangebote und setzt verstärkt auf digitale Lösungen in der Abfallwirtschaft.
Projektverlauf der ÖPP EBE
Mit der Gründung der EBE reduzierte die Stadt den Verwaltungsaufwand im Bereich Abfallentsorgung erheblich und wurde zugleich wirtschaftlich leistungsfähiger. Bereits zu Beginn der Partnerschaft zeigten sich positive Auswirkungen: So wurden der Fuhrpark modernisiert, die Abfallgebühren für die Essener Bürgerinnen und Bürger stabilisiert und erste Gewinne in die Stadtkasse zurückgeführt. Heute ist die Abfallwirtschaft deutlich digitaler als noch vor wenigen Jahren. Essen setzt hier auf zwei sich ergänzende Ansätze: den digitalen Wertstoffhof MAEX sowie die KI-gestützte Lösung CORTEXIA, die gemeinsam die Stadtsauberkeit und Abfallentsorgung effizienter gestalten. Die Reinigungsleistung kann dadurch gezielter geplant und gesteuert werden. Parallel dazu wurden bereits die ersten alternativen Antriebe für den Fuhrpark eingesetzt.
Partnerschaft Essen und REMONDIS
Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE)
| Leistungen der ÖPP | Recycling, Stadtsauberkeit |
| Modell der Zusammenarbeit | Kooperationsmodell |
| REMONDIS-Beteiligung | 49 % |
Leistungsportfolio der EBE
- Abfallabfuhr
- Sperrmüllservice
- Straßenreinigung
- Winterdienst
- Recyclinghöfe und Recyclingstationen
- Altpapiersammlung
- Altkleiderentsorgung
- Elektroschrottentsorgung
- Containerdienst
- Abfallberatung
- Umweltpädagogik
- Mehrweggeschirr-Service
- Tausch- und Verschenkmarkt
- Tannenbaum- und Laubsammlung
Beständige Öffentlich-Private Partnerschaft mit Zukunft
Auch mit veränderten politischen Mehrheiten ist die ÖPP in Essen seit 1999 beständig.
Positive Ergebnisse für die Bürgerinnen und Bürger
Zukunftsweisende Digitalisierung: Digitale Lösungen wie MAEX und CORTEXIA unterstützen die EBE bei der Planung und Steuerung von Straßentreinigung und Abfalltentsorgung in Essen.
Sichere Arbeitsplätze: Als verlässlicher Arbeitgeber bietet die EBE rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristige Perspektiven.
Alternative Antriebe und Treibstoffe: Die EBE setzt im Stadtgebiet bereits Sammelfahrzeuge mit Wasserstoff-Antrieb ein, die im Betrieb leiser sind als Dieselfahrzeuge.
Umweltbildung und Aufklärung: Gemeinsam mit Abfallpädagogen bietet die EBE Kitas und Schulen ein kooperatives Bildungsangebot rund um Abfallwirtschaft und Recycling an.
Gewinne für das Gemeinwohl: Die von der EBE und der ESBE erwirtschafteten Gewinne fließen anteilig in den städtischen Haushalt.
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